11.03.2014: Jahresversammlung Förderverein Freibad Weende

freibad2

Bei der Jahresversammlung des Fördervereins Freibad Weende e.V. haben sich die Oberbürgermeister-Kandidaten mit ihren Positionen zum Freibad vorgestellt. Als Neuling habe ich die geplanten 5 Minuten glatt um eine Minute überzogen, Eberhard Gramsch, der Vorsitzende, rückt immer näher… Aaarrrrgh – aber SPD-Mann Rolf Köhler brauchte nur 2,5 Minuten und gab mir eine ab.

Hier meine Vorstellung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass ich auch heute Abend hier sein darf, in einer noch etwas ungewohnten Rolle als Oberbürgermeister-Kandidatin der Göttinger Piraten. Ich heiße Katharina Simon, bin 53 Jahre alt, habe eine fast 18-jährige Tochter und arbeite hauptberuflich in Teilzeit beim Landkreis Göttingen in der Jugendberufshilfe. „Wenn man nach Weende kommt, sieht man als erstes das Klärwerk – immerhin schön bunt – dann riecht man bei entsprechenden Witterungsverhältnissen die Kompostanlage. Auf alle Fälle sieht man die vielen Leichenwagen auf dem Weg zum Krematorium, die häufiger verkehren als die Stadtbusse“, diese Worte von Eberhard Gramsch, Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender des Fördervereins, habe ich noch gut in Erinnerung. Der vernachlässigte Stadtteil Weende mit seinen rund 20.000 Einwohnern braucht das Naherholungsgebiet mit dem Freibad und seinen Sportanlagen, zumal junge Familien auf das ehemalige Huhtamaki-Gelände ziehen sollen. Der Förderverein Freibad Weende ist ein großer funkelnder Diamant in Göttingens unbezahlbarem Schatz: seinen kompetenten, kreativen und lebhaften Bürgerinnen und Bürgern. Die Weender „Freibadrebellen“ sind mit ihrer engagierten bürgerschaftlichen Arbeit – Generationen und Parteien übergreifend – vorbildlich für ein Gemeinwesen und geben mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit ihre Zeit, ihr Geld, ihr Fachwissen und ihre Kreativität! Ich habe den Förderverein seit seiner Gründung begleiten dürfen, das Anwachsen der Mitgliederzahlen auf über 700 verfolgt, die kraft- und phantasievollen Demos im Ortsteil erlebt,- 2000 Menschen demonstrieren in einem Ortsteil, unglaublich! Ich habe die ausgelassene Stimmung auf den Weihnachtsmärkten, Freibadfesten, Sonntagsfrühstücken und vielen weiteren tollen Aktionen genossen und bin ausgesprochen neugierig auf die geplante Bürgergenossenschaft,die den südlichen Teil des Freibadgeländes erwerben möchte, um die Kosten des Umbaus zu wuppen. Erst sollte das Freibad geschlossen werden, dann ein besserer Ententeich entstehen und jetzt? Ortsbürgermeister Hans-Albert Ludolph verkündete auf dem – ungewöhnlich gut von Politikern aus der Stadt besuchten – Jahresempfang des Ortsrates, dass alle OB-Kandidaten für den Erhalt des Freibads Weende seien. Wenn es so ist, sollte die Stadt nicht weiter zögern und endlich Planungssicherheit schaffen! Die Mitglieder des Fördervereins Freibad Weende haben mit Elan auf allen Ebenen hohe Eigenleistungen erbracht, Sponsoren gefunden – ja, auch für den Sprungturm –  und die Kosten der Stadt reduziert. Sie haben viele Kröten schlucken müssen, bis das gemeinsame Konzept mit der GoeSF vorgestellt werden konnte. Sie haben noch mehr Kröten geschluckt, als sie mehrheitlich für das Konzept votierten, das dann im November dem Sportausschuss der Stadt vorgelegt wurde. Die GoeSF hatte darum gebeten, das Konzept vorher nicht an die Öffentlichkeit zu bringen, auch die Mitglieder des Sportausschusses waren sichtlich überrumpelt, dass sie sofort darüber abstimmen sollten. Eine Göttinger Unsitte, Politikern Tischvorlagen zur sofortigen Abstimmung vorzulegen!  Als Oberbürgermeisterin werde ich einige Kröten zurück in den Sumpf schicken und das Ökobad – von der Stadt erst abgelehnt und dann vorgeschrieben – zur Diskussion stellen. Ich gehe völlig d’accord mit dem interfraktionellen Antrag an den Rat der Stadt Göttingen, der übermorgen im Ortsrat beschlossen werden soll. Es sollte geprüft werden, ob sich durch höhere Energie(!)kosten für die Umwälzpumpe und der Einkauf von für ein Ökobad geeignetem Wasser anstatt die kostenlosen Nutzung des Wassers aus dem Weenderspring die Betriebskosten erhöhen und ob ein konventionelles Bad nicht doch kostengünstiger wäre. Die Piratenpartei setzt sich ein für transparente Politik, für das Nachvollziehenkönnen politischer Entscheidungen und vor allem für eine umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Planung, Entscheidung und Gestaltung der Kommunen. Wer sich also aus lieb gewonnener Gewohnheit über Verwaltung, Rat und undurchsichtige Machtverhältnisse in Göttingen ärgern möchte, wer sich mit so genannten „partizipativen Ansätzen“ zufrieden gibt – siehe die Bürgerbeteiligung beim EHP – wer gerne rebelliert, falsche Versprechungen kritisiert oder auch aufgibt, weil „die da oben sowieso machen, was sie wollen“, der wähle bitte einen Oberbürgermeister von den etablierten Parteien. Ich möchte keinen so genannten Partizipationsansatz! Ich möchte nicht nur Teilhabe, sondern Teilnahme! Wer also diese Stadt gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern planen und gestalten möchte, wer auf allen Ebenen, – einschließlich der finanziellen – mitentscheiden möchte, was in dieser Stadt geht und was nicht, wer sich eine Stadt wünscht, in der Verwaltung und Politik endlich denen dienen, die sie bezahlen, dem verspreche ich auf die Hand: Mindestens acht Jahre lebhafte Diskussionen, einen Riesenhaufen Arbeit und jede Menge Freude an einer echten Bürgerbeteiligung!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s